BAMBIS ENDE

29 April bis 01 Mai 2017 –  Bambis Schwanegesang

Stellungnahme des Initiators und Leiters von »Bambis Beet«, Graham Smith:

Vor vier Jahren haben wir ein Projekt begonnen mit befristeter Dauer:  »Bambis Beet«, ein Gemeinschaftsgarten für die Stadt. Da die Herrschaft dieses Erdflecks ungeklärt war/ist habe ich eine Zwischennutzungserlaubnis für die Brachflächen vor dem Theater bekommen, um einen Gemeinschaftsgarten zu starten bis die Stadtplanung fortgeschritten sein würde. Dass der Garten nach vier Jahren immer noch da ist, ist für mich persönlich eine schöne Überraschung – aber auch eine Belastung.

Vor vier Jahren hat sich ein Team von etwa 12 Menschen (manchmal 60) lose zusammengefunden, das mit Fleiß und Eifer den Bau und die Pflege des Gartens übernommen. Nun sind mit der Zeit die vornehmlich jungen Gärtner*innen weggezogen oder haben selbst einen Gemeinschaftsgarten in der Stadt gegründet. Somit liegt die Pflege des »Gemeinschaftsgarten« nun allein auf meinen Schultern.

Im Zuge der Umgestaltung des »Platz der Alte Synagoge« wird das Design des gesamten Theatervorplatzes (inklusive »Bambis Beet«) wieder an die Architekten von Faktorgrün gegeben. Was als eine Idee von Wasservorhängen begonn, ist laut meiner wenigen Informationen zu einem bepflanzten Areal geworden – natürlich ganz anders als die jetzige Wild-West-Vielfaltswucherei. Ich gehe davon aus, dass die sorgfältig gesetzten Pflanzen einfach umgegraben werden, wenn die Bauarbeiten sich auf den Vorplatz ausweiten. Deshalb möchten wir den Pflanzen ein alternatives Erbe geben bevor sie ein frühzeitiges Ende nehmen.

Ende Juli 2017 ist das Ende der Intendanz von Barbara Mundel, die Jahre lang künstlerisch und inhaltlich »Bambis Beet« unterstützt hat. Mit ihrem Abschied kommt ein neues künstlerisches Team, sodass sich auch die künstlerische Vision des Hauses ändern wird. Es wird niemanden mehr geben, der oder die die Verantwortung übernehmen kann oder sich die Zeit nimmt um den Garten freiwillig zu pflegen. Da die Zukunft also noch unklar ist, werden wir den Garten selbst aufzulösen und ihn an Interessenten und andere Gemeinschaftsgärten in der Region Freiburg weitergeben.

In der Vergangenheit gab es auch immer wieder großen Unmut über den „beschämenden Unkrautfleck vor dem wunderschönen Opernhaus“.

Statt die größeren Themenbereiche wie Agrarpolitik, Essenskultur, Agrarwissen, alternative Essensproduktion und allgemeine botanische Bildung für Familien und Begeisterten zu interessieren, sind die meisten Kritiken doch in eine rein ästhetische Richtung gegangen. »Gemüse vor den Theater??« Das geht doch nicht. Ob ein Gemeinschaftsgarten “repräsentativ” ist für ein Opernhaus die Größe für Freiburg? Meinungssache. Ich antworte mit einem vehementen „JA!”. Gerade die verschlossene und monumentale Architektur des Kulturtempels wirkt eher abstoßend. Der Garten dagegen wirkt als ein neutraler und unerklärlich leichter Mittelgrund, in dem man verweilen kann im besten Sinne und dazu noch Etwas ernten oder pflanzen kann. Man braucht den Garten nur einige Tage lang zu betrachten, um die Vielfalt der Besucher zu bemerken. Sie sind genauso vielfältig wie der Garten selbst. Obdachlose, Familien, Studierende, Liebespaare, Feiernde – alle teilen dieselbe Sphäre und genießen den Duft und die Früchte von den über 70 Pflanzarten.

Es gab aber auch positive Resonanzen; vor allem aus der Petitionsaktion zum Erhalt des Gartens. Leider haben die Unterschriften am Ende doch nicht gereicht: 1.900 statt 2.400 aus der Region. Aber die 1000 hinterlassenen Kommentare haben mir es klar gemacht, dass dieser Ort hat Anklang gefunden.

Wer die Gestaltung dieses Platz mit der Stadt weiterdiskutierten will, ist herzlich willkommen. Ich komme gerne gelegentlich zurück um etwas zu ernten.

Nun ich bitte euch die Information weiter zu verbreiten, um den Abgang von »Bambis Beet« mit uns zu gestalten.

25 März:  11.00-16.00 Uhr – Beginn der Ausgraben / Inventar

29 und 30 April:  11.00-22.00 Uhr – Tabula Rase(n) – Bambis Beet hat Zukunft – Auftauchen mit Behälter und nimmt Teilen von Bambis Beet mit nach Hause.  Wir werden auch die Schwartenholz die noch gut ist weitergeben.

bis 01 Mai: 11.00-14.00 Uhr – Pflanzen abholen

Die Pflanzen werden aufgenommen im unsere Inventarbuch. Wir werden Sie bitten, den weiteren Lebenslauf der Pflanzen fotografisch zu begleiten und uns nach einiger Zeit ein Foto zuschicken.

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